Foto verkleinern: Was für 100 kB, 200 kB und 500 kB wirklich funktioniert
Nur die Qualität zu senken, brachte bei unseren Handyfotos kaum etwas – bei hohen Werten wurden sie sogar größer. Wir haben gemessen, welche Kombination aus Größe und Qualität in übliche Upload-Grenzen passt.
Upload-Formulare setzen oft strenge Grenzen: ein Profilfoto mit höchstens 200 kB, ein Bewerbungsdokument unter 1 MB, ein E-Mail-Anhang, der das Postfach des Empfängers nicht verstopfen soll. Die meisten schieben zuerst den Qualitätsregler nach unten und wundern sich, dass die Datei kaum kleiner wird. Wir haben gemessen, warum. Dafür haben wir drei gewöhnliche Handyfotos und einen Screenshot in Chrome 141 mit vielen Kombinationen aus Größe, Qualität und Format neu gespeichert und jedes Ergebnis mit dem Original verglichen. Unser Tool zum Bild komprimieren nutzt dieselbe Browserfunktion und erzeugt in Chrome deshalb dieselben Dateien. In anderen Browsern können die Zahlen leicht abweichen, weil jeder Browser seinen eigenen Encoder hat.
Die Testfotos
Die drei Fotos stammen von einer Familienfeier und zeigen eine Torte auf einem Tisch, eine dekorierte Wand und eine Snackplatte. Jedes hat 2.576 × 1.932 Pixel, also rund 5 Megapixel (das Tortenfoto ist hochkant), und sie sind 506, 738 und 622 kB groß. Eine Analyse der Dateien ergab, dass sie bereits als JPG mit einer Qualität von etwa 75 gespeichert waren. Wir haben sie nur zum Messen verwendet und veröffentlichen sie nicht.
Für den Qualitätsvergleich haben wir SSIM (strukturelle Ähnlichkeit) verwendet, ein gängiges Maß, das die Struktur zweier Bilder vergleicht: 1 bedeutet identisch, und ab etwa 0,97 sind Unterschiede bei normaler Betrachtungsgröße kaum zu sehen. In allen Tabellen ist 1 kB gleich 1.000 Byte.
Nur die Qualität zu senken, hilft kaum
Zuerst haben wir die Fotos in voller Größe neu gespeichert und nur die Qualität verändert:
| Qualität | Dateigröße im Vergleich zum Original | SSIM |
|---|---|---|
| 95 | 148–158 % | 0,999 |
| 90 | 121–124 % | 0,997 |
| 80 | 103–104 % | 0,994–0,995 |
| 75 | 97–98 % | 0,999 |
| 70 | 94–96 % | 0,994–0,995 |
| 60 | 85–86 % | 0,978–0,984 |
| 50 | 75–76 % | 0,948–0,965 |
Bei 90 oder 95 wurden die Dateien um bis zu 58 % größer, ohne besser zu werden: Details, die beim ersten Speichern verloren gingen, kommen nicht zurück. Bei 75, der Qualität der Originale, waren die neuen Dateien fast identisch (SSIM 0,999) und nur 2 bis 3 % kleiner. Echte Ersparnis gab es erst bei 50 bis 60, und selbst bei Qualität 60 waren die Fotos noch 430 bis 634 kB groß. Wurde ein Foto schon einmal komprimiert, ist der Qualitätsregler der falsche Hebel.
Zuerst die Pixel reduzieren
Die Zahl der Pixel bestimmt die Dateigröße viel stärker als die Qualitätsstufe. Wir haben die Fotos so verkleinert, dass ihre längere Seite eine bestimmte Länge hatte, und sie mit Qualität 75 gespeichert:
| Längere Seite | Megapixel | Torte / Wand / Platte | Im Vergleich zum Original |
|---|---|---|---|
| 2.576 px (Originalgröße) | 5,0 | 492 / 720 / 612 kB | 97–98 % |
| 1.920 px | 2,8 | 305 / 411 / 369 kB | 56–60 % |
| 1.600 px | 1,9 | 226 / 295 / 274 kB | 40–45 % |
| 1.280 px | 1,2 | 157 / 195 / 190 kB | 26–31 % |
| 1.024 px | 0,8 | 110 / 132 / 135 kB | 18–22 % |
| 800 px | 0,5 | 74 / 86 / 91 kB | 12–15 % |
Wer die längere Seite halbiert, behält nur ein Viertel der Pixel – die Dateien schrumpften auf 26 bis 31 % ihrer ursprünglichen Größe. Für viele Zwecke reicht das völlig: 1.280 Pixel genügen für eine E-Mail oder ein Bild in einer Textspalte, 800 Pixel für ein Profilbild oder eine Vorschau. Soll ein Foto auf Bildschirmen mit hoher Pixeldichte über die ganze Breite einer Website scharf wirken, empfiehlt unser Ratgeber JPG, PNG, WebP oder AVIF? etwa die doppelte Anzeigebreite.
Einstellungen für übliche Größengrenzen
Aus diesen Messungen haben wir Einstellungen gewählt, mit denen alle drei Fotos unter üblichen Grenzen blieben:
| Grenze | Längere Seite | JPG-Qualität | Torte / Wand / Platte |
|---|---|---|---|
| 500 kB | 1.920 px | 80 | 355 / 475 / 425 kB |
| 300 kB | 1.600 px | 75 | 226 / 295 / 274 kB |
| 200 kB | 1.280 px | 75 | 157 / 195 / 190 kB |
| 150 kB | 1.024 px | 75 | 110 / 132 / 135 kB |
| 100 kB | 800 px | 75 | 74 / 86 / 91 kB |
Unser Tool kann Ihnen diese Suche jetzt abnehmen: Geben Sie die Grenze in das neue Feld Zielgröße ein. Das Tool probiert Qualitätsstufen zwischen 60 und 90 aus und behält die höchste, die passt. Ist selbst 60 zu groß, verkleinert es die Abmessungen schrittweise und versucht es erneut. Für unsere Fotos wählte es diese Einstellungen:
| Foto | Ziel 200 kB | Ziel 100 kB |
|---|---|---|
| Torte (hochkant) | 1.252 × 1.670 px, Qualität 64: 194 kB | 829 × 1.106 px, Qualität 62: 97 kB |
| Wand | 1.375 × 1.031 px, Qualität 68: 193 kB | 980 × 735 px, Qualität 64: 99,5 kB |
| Platte | 1.495 × 1.121 px, Qualität 64: 199 kB | 993 × 745 px, Qualität 60: 99 kB |
Das Tool behält mehr Pixel und nutzt eine niedrigere Qualität als unsere Tabelle. Beide Wege sind vernünftig, denn wie der nächste Abschnitt zeigt, ist der Unterschied zwischen 60 und 80 kaum zu sehen.
Wie weit lässt sich die Qualität senken?
Um zu sehen, ab wann die Komprimierung sichtbar wird, haben wir die 1.280-Pixel-Version des Tortenfotos mit Qualität 80, 60, 40 und 25 gespeichert und dieselben Ausschnitte vierfach vergrößert. 80 und 60 sahen praktisch gleich aus, selbst in der glitzernden Dekoration und im weichen Vorhang im Hintergrund. Bei 40 tauchten in weichen, gleichmäßigen Flächen schwache Quadrate auf. Bei 25 waren sie deutlich, und sanfte Farbübergänge wurden zu flachen Flecken. Diese Quadrate sind typisch für JPG, das ein Bild in Blöcken von 8 × 8 Pixeln komprimiert.
Für Fotos ist 60 bis 80 deshalb ein sicherer Bereich. Ist eine Datei bei 60 noch zu groß, verkleinern Sie lieber weiter die Abmessungen, statt die Qualität zu senken: Ein etwas kleineres Bild fällt weniger auf als Blöcke. Genauso arbeitet unsere Zielgröße.
WebP: kleiner, aber nicht überall akzeptiert
Wir haben die Fotos außerdem als WebP gespeichert und die Dateigrößen bei gleicher gemessener Qualität verglichen, einem SSIM von 0,97:
| Foto | 1.600 px: JPG → WebP | 1.280 px: JPG → WebP |
|---|---|---|
| Torte | 215 → 197 kB (−8 %) | 161 → 143 kB (−11 %) |
| Wand | 396 → 292 kB (−26 %) | 259 → 182 kB (−30 %) |
| Platte | 288 → 253 kB (−12 %) | 196 → 167 kB (−15 %) |
WebP sparte 8 bis 30 %, am meisten beim detailreichen Wandfoto. In unserem Ratgeber JPG, PNG, WebP oder AVIF?, gemessen mit anderen Fotos und einem anderen Encoder, waren es im Schnitt 26 % – wie viel Sie sparen, hängt vom Bild ab. Für die eigene Website ist WebP eine gute Wahl. Für Formulare, Behörden und E-Mails ist JPG das sicherere Format, weil manche Upload-Formulare nur JPG oder PNG annehmen.
Screenshots brauchen einen anderen Weg
Ein Screenshot hat scharfe Schrift und große gleichmäßige Flächen – das Gegenteil eines Fotos. Wir haben einen Screenshot eines unserer Ratgeber mit 1.280 × 1.200 Pixeln getestet, als PNG gespeichert mit 288 kB:
| Gespeichert als | Dateigröße | SSIM |
|---|---|---|
| PNG, vom Browser neu gespeichert | 421 kB | 1 (identisch) |
| JPG, Qualität 90 | 237 kB | 0,994 |
| JPG, Qualität 80 | 183 kB | 0,986 |
| WebP, Qualität 100 | 217 kB | 1 (identisch) |
| WebP, Qualität 90 | 139 kB | 0,998 |
| WebP, Qualität 80 | 106 kB | 0,996 |
Das PNG im Browser neu zu speichern, machte es um 46 % größer; PNG-Dateien verschiedener Programme sind sehr unterschiedlich dicht gepackt. Unser Tool bemerkt das und behält das Original. WebP mit Qualität 80 war der klare Sieger: 63 % kleiner als das PNG und trotzdem näher am Original als JPG mit 90. Bei dreifacher Vergrößerung war die Schrift in jeder Version gut lesbar. Nimmt ein Formular nur JPG an, verwenden Sie für Screenshots Qualität 90.
Was unterwegs verloren geht
Wenn ein Browser ein Bild neu speichert, erzeugt er aus den Pixeln eine neue Datei. In unserem Test behielt Chrome das Farbprofil, entfernte aber:
- EXIF-Daten wie Kameramodell, Datum und, falls vorhanden, den GPS-Standort. Das ist praktisch, bevor Sie Fotos öffentlich teilen.
- Die HDR-Gain-Map. Alle drei Fotos waren Ultra-HDR-Bilder: Neben dem normalen Bild enthielten sie ein kleines zweites Bild (2 bis 4 % der Datei), mit dem HDR-Bildschirme helle Stellen stärker leuchten lassen. Nach dem Komprimieren erscheinen sie dort wie normale Fotos.
Was zum Bild selbst gehört, bleibt erhalten. Ein Datumsstempel, der ins Foto gedruckt ist wie bei einem unserer Fotos, bleibt sichtbar. Wenn Sie etwas verbergen möchten, schneiden Sie es vor dem Komprimieren weg.
Schritt für Schritt: ein Foto für eine Upload-Grenze
- Bewahren Sie das Original auf und arbeiten Sie mit einer Kopie. Jedes verlustbehaftete Speichern entfernt etwas mehr Details.
- Schneiden Sie mit dem Tool zum Bild zuschneiden weg, was Sie nicht brauchen. Jedes entfernte Pixel spart Platz.
- Öffnen Sie das Komprimierungstool und wählen Sie JPG für Formulare und E-Mails oder WebP für Ihre eigene Website.
- Geben Sie die Grenze als Zielgröße ein, zum Beispiel 200 für 200 kB. Wenn Sie feste Einstellungen bevorzugen, nutzen Sie die Tabelle oben oder legen Sie die Größe zuerst mit dem Tool zum Bildgröße ändern fest.
- Prüfen Sie das Ergebnis in 100-%-Ansicht, besonders Gesichter und Schrift.
- Wählen Sie für Screenshots WebP oder JPG mit Qualität 90, wenn nur JPG angenommen wird.
Tools aus diesem Ratgeber
-
Bild komprimieren
JPG-, PNG- und WebP-Bilder direkt im Browser komprimieren: Qualität wählen, Abmessungen verkleinern und kleinere Dateien herunterladen – ohne Upload.
Tool öffnen -
Bildgröße ändern
Bilder auf genaue Pixelmaße oder prozentual verkleinern – mit oder ohne festes Seitenverhältnis. Kostenlos, schnell und privat.
Tool öffnen -
Bild zuschneiden
JPG-, PNG- und WebP-Bilder online zuschneiden: Rahmen ziehen oder Pixel eingeben, mit Formaten wie 1:1, 4:3 und 16:9. Kostenlos, ohne Upload.
Tool öffnen -
Bildformat umwandeln (JPG, PNG, WebP)
Bilder direkt im Browser zwischen JPG, PNG und WebP umwandeln – z. B. PNG in JPG oder JPG in PNG. Stapelverarbeitung, kein Upload.
Tool öffnen
Häufige Fragen
Wie verkleinere ich ein Foto auf 100 kB?
Geben Sie in unserem Komprimierungstool 100 als Zielgröße ein. Ohne diese Option verkleinern Sie die längere Seite auf etwa 800 Pixel und speichern das Foto als JPG mit Qualität 75. Unsere drei Testfotos mit 5 Megapixeln wogen danach 74 bis 91 kB.
Warum ist mein Foto nach dem Komprimieren größer geworden?
Weil es schon komprimiert war. Ein JPG mit höherer Qualität als zuvor neu zu speichern, fügt nur Daten hinzu: Unsere Handyfotos, gespeichert mit etwa 75, wurden bei Qualität 90 um 21 bis 24 % größer. Unser Tool behält das Original, wenn das Ergebnis bei gleicher Größe und gleichem Format größer wäre.
Ist 1 kB gleich 1.000 oder 1.024 Byte?
Nach internationaler Norm ist 1 kB gleich 1.000 Byte; 1.024 Byte sind ein Kibibyte (KiB). Windows und manche Formulare rechnen noch mit 1.024. Eine Datei, die eine Grenze mit 1.000 Byte einhält, hält sie auch mit 1.024 ein – deshalb rechnet unsere Zielgröße mit 1.000.
Entfernt das Komprimieren den Standort aus meinen Fotos?
In unserem Test entfernte Chrome beim Speichern alle EXIF-Daten, einschließlich eventueller GPS-Koordinaten. Was ins Bild selbst gedruckt ist, etwa ein Datumsstempel, bleibt.
Ist WebP oder JPG besser für kleine Dateien?
WebP war in unserem Test bei gleicher Qualität 8 bis 30 % kleiner. Nutzen Sie es für Ihre eigene Website; für Formulare, E-Mails und den Druck ist JPG sicherer, weil nicht jeder Empfänger WebP annimmt.
Werden meine Fotos hochgeladen?
Nein. Unsere Bildtools laufen in Ihrem Browser. Ihre Fotos werden auf Ihrem eigenen Gerät verarbeitet und nie an unseren Server gesendet.
Quellen und weiterführende Informationen
- MDN Web Docs: HTMLCanvasElement.toBlob() – the browser function our image tools use to save images (developer.mozilla.org)
- Android Developers: Ultra HDR Image Format v1.1 (gain map stored next to the normal JPG image) (developer.android.com)
- Wang, Bovik, Sheikh, Simoncelli (2004): Image quality assessment: from error visibility to structural similarity (SSIM). IEEE Transactions on Image Processing 13(4) (doi.org)